Archiv

Gedanken einer Nacht

Weiß man wie oft ein Herz brechen kann ?
Wieviel Sinne hat der Wahn ?
Lohnen sich Gefühle ?
Wieviele Tränen passen in einen Kanal ?
Leben wir nochmal ?
Warum wacht man auf ?
Was heilt die Zeit ?

In den letzte Woche haben zwei Menschen, die mein Leben (jeder auf seine Art) geprägt haben und die in meinem Alter sind, einen Elternteil verloren. Diese Ereignisse hat mir plötzlich den Gedanken ins Gedächtnis gerufen, dass auch meine Eltern sterben können. Und nicht irgendwann in etlichen Jahren sondern auch bereits jetzt.

Ein Gedanken, der für mich einfach unerträglich und doch irgendwie allgegenwärtig ist. Dieser Gedanken gehört mit Sicherheit zu meinen größten Ängsten und es ist für mich unmöglich mir vorzustellen, einer meiner Eltern ist plötzlich nicht mehr da. Ich bin mittlerweile 20 und nicht mehr dringend auf meine Eltern angewiesen. Ich bin erwachsen und selbstständig genug, mein Leben zu regel und auf eigenen Beinen zu stehen. Doch meine Eltern sind für mich die allerwichtigsten Bezugspersonen auf dieser Welt und niemand kann so gut nachvollziehen wie ich bin, wie es mir geht und warum ich so bin wie bin. Sie sind die einzigen die sämtliche Hochs und Tiefs mit mir erlebt haben und die mich wirklich kennen.

Auch die anderen Mitglieder meiner Familie sind für mich unglaublich wichtig und niemanden von ihnen will ich verlieren. Doch von allen stehen mir meine Eltern am nächsten und es macht mir Angst, dass sie vielleicht irgendwann nicht mehr Teil meines Lebens sein könnten. Es ist für mich schlichtweg unvorstellbar.

 



Geschichte über Freundschaft und das Vermissen

Niemals hätte ich gedacht, dass ich sie mir fehlen wird. Nicht so.

Kennengelernt haben wir uns genau etwas mehr als 9 Jahren. An unserem ersten Schultag in der 5. Klasse. Wer sie ist, wusste ich bereits. Wir waren vorher in der selben Grundschule in verschiedenen Klassen und mir war irgendwann ihr ungewöhnlicher Vorname aufgefallen. Außerdem kannte meine Mutter ihre Mutter und hat mir von ihr erzählt. Doch wirklich kennengelernt haben wir uns erst, als wir auf die neue Schule kamen und plötzlich in einer Klasse waren. Doch wann aus der Bekanntschaft Freundschaft wurde und wann mir das kleine Mädchen mit den blonden Locken und dem Blümchenkleid so ans Herz gewachsen ist, dass ich sie jetzt so unglaublich vermisse, weiß ich nicht.

Zusammen sind wir groß geworden, haben 9 Jahre lang in mindestens einem Fach einen Tisch geteilt und auf jeder Schulfahrt auch ein Zimmer. Gemeinsam haben wir das Abi geschafft und bewiesen, dass wir ein unglaublich gutes Team waren.

Eigentlich haben wir wenig gemeinsam und es gab Jahre, da schien es so, als hätten wir absolut garnichts gemeinsam. Und trotzdem haben wir es geschafft uns niemals zu streiten, immer gut miteinander auszukommen und eine Freundschaft zu entwickeln, die was ganz besonderes ist.

 Wie wichtig sie für mich ist und wie sehr sie mein Leben geprägt hat, ist mir jedoch erst nach fast 9 Jahren aufgefallen, in denen sie ständig an meiner Seite war. Ich hab sie zwar schon immer als Freundin gesehen, aber nicht als eine solch wichtige und besondere Freundin. Das ist mir erst klar geworden, als plötzlich jede Menge Wasser und tausende Kilometer zwischen uns lagen. Plötzlich war sie weg. Keine gemeinsamen Zugfahrten mehr, keine gemeinsam durchlittenen Schulstunden, keine spontanen Unternehmungen... Und ich bin für die bis ans andere Ende der Welt geflogen. Nur für wenige Menschen würde ich das tun. Und es erfüllt mir irgendwie mit stolz, zu sehen, dass aus den beiden kleinen Mädchen aus der Provinz zwei junge Frauen geworden sind, die es bis nach New York geschafft haben und diese gemeinsam erleben durften.

Und dass sie nach alle den Jahren, die sicher nicht immer einfach waren und in denen ich nicht immer einfach war, immernoch so ein wichtiger Mensch für mich ist.

Und jetzt zähle ich die Tage, bis sie wiederkommt.