Geschichte über Freundschaft und das Vermissen

Niemals hätte ich gedacht, dass ich sie mir fehlen wird. Nicht so.

Kennengelernt haben wir uns genau etwas mehr als 9 Jahren. An unserem ersten Schultag in der 5. Klasse. Wer sie ist, wusste ich bereits. Wir waren vorher in der selben Grundschule in verschiedenen Klassen und mir war irgendwann ihr ungewöhnlicher Vorname aufgefallen. Außerdem kannte meine Mutter ihre Mutter und hat mir von ihr erzählt. Doch wirklich kennengelernt haben wir uns erst, als wir auf die neue Schule kamen und plötzlich in einer Klasse waren. Doch wann aus der Bekanntschaft Freundschaft wurde und wann mir das kleine Mädchen mit den blonden Locken und dem Blümchenkleid so ans Herz gewachsen ist, dass ich sie jetzt so unglaublich vermisse, weiß ich nicht.

Zusammen sind wir groß geworden, haben 9 Jahre lang in mindestens einem Fach einen Tisch geteilt und auf jeder Schulfahrt auch ein Zimmer. Gemeinsam haben wir das Abi geschafft und bewiesen, dass wir ein unglaublich gutes Team waren.

Eigentlich haben wir wenig gemeinsam und es gab Jahre, da schien es so, als hätten wir absolut garnichts gemeinsam. Und trotzdem haben wir es geschafft uns niemals zu streiten, immer gut miteinander auszukommen und eine Freundschaft zu entwickeln, die was ganz besonderes ist.

 Wie wichtig sie für mich ist und wie sehr sie mein Leben geprägt hat, ist mir jedoch erst nach fast 9 Jahren aufgefallen, in denen sie ständig an meiner Seite war. Ich hab sie zwar schon immer als Freundin gesehen, aber nicht als eine solch wichtige und besondere Freundin. Das ist mir erst klar geworden, als plötzlich jede Menge Wasser und tausende Kilometer zwischen uns lagen. Plötzlich war sie weg. Keine gemeinsamen Zugfahrten mehr, keine gemeinsam durchlittenen Schulstunden, keine spontanen Unternehmungen... Und ich bin für die bis ans andere Ende der Welt geflogen. Nur für wenige Menschen würde ich das tun. Und es erfüllt mir irgendwie mit stolz, zu sehen, dass aus den beiden kleinen Mädchen aus der Provinz zwei junge Frauen geworden sind, die es bis nach New York geschafft haben und diese gemeinsam erleben durften.

Und dass sie nach alle den Jahren, die sicher nicht immer einfach waren und in denen ich nicht immer einfach war, immernoch so ein wichtiger Mensch für mich ist.

Und jetzt zähle ich die Tage, bis sie wiederkommt.

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Gedanken einer Nacht

Weiß man wie oft ein Herz brechen kann ?
Wieviel Sinne hat der Wahn ?
Lohnen sich Gefühle ?
Wieviele Tränen passen in einen Kanal ?
Leben wir nochmal ?
Warum wacht man auf ?
Was heilt die Zeit ?

In den letzte Woche haben zwei Menschen, die mein Leben (jeder auf seine Art) geprägt haben und die in meinem Alter sind, einen Elternteil verloren. Diese Ereignisse hat mir plötzlich den Gedanken ins Gedächtnis gerufen, dass auch meine Eltern sterben können. Und nicht irgendwann in etlichen Jahren sondern auch bereits jetzt.

Ein Gedanken, der für mich einfach unerträglich und doch irgendwie allgegenwärtig ist. Dieser Gedanken gehört mit Sicherheit zu meinen größten Ängsten und es ist für mich unmöglich mir vorzustellen, einer meiner Eltern ist plötzlich nicht mehr da. Ich bin mittlerweile 20 und nicht mehr dringend auf meine Eltern angewiesen. Ich bin erwachsen und selbstständig genug, mein Leben zu regel und auf eigenen Beinen zu stehen. Doch meine Eltern sind für mich die allerwichtigsten Bezugspersonen auf dieser Welt und niemand kann so gut nachvollziehen wie ich bin, wie es mir geht und warum ich so bin wie bin. Sie sind die einzigen die sämtliche Hochs und Tiefs mit mir erlebt haben und die mich wirklich kennen.

Auch die anderen Mitglieder meiner Familie sind für mich unglaublich wichtig und niemanden von ihnen will ich verlieren. Doch von allen stehen mir meine Eltern am nächsten und es macht mir Angst, dass sie vielleicht irgendwann nicht mehr Teil meines Lebens sein könnten. Es ist für mich schlichtweg unvorstellbar.

 

Wo kommen all die Zweifel her
Die uns ins Herz geschlichen sind
Und uns in letzter Zeit so in Frage stellen
Sollen wir fliehen oder kämpfen
Geht es dir da so wie mir
Das man manchmal einfach nicht mehr weiß wofür.

 

Lange Zeit war ich am Wochenende nachts nicht mehr allein. Lange Zeit war ich nachts nicht mehr wach und hab nachgedacht. Doch nun ist es soweit. Ich sitze hier, es is 0.55 h und ich denke nach. Wie ich es noch vor 2 Jahren viele hundert Nächte lang getan hab. Doch mein Leben hat sich verändert seitdem. Die Zeit der Depression ist vorbei.  Doch hin und wieder, dann wenn die Nacht am tiefsten ist, kommt sie langsam wieder. Es ist der erste Rückfall seit sehr langer Zeit. Doch in dieser Zeit war ich nachts nie allein und wenn ich es war, hab ich geschlafen. Ich lebe wieder, mein Leben hab Bewegung bekommen und nur selten bleiben mir Momente wie dieser, in denen ich hier sitze und nachdenken kann. Ich habe Angst vor diesen Momenten. In diesen Momenten geht es mir unglaublich schlecht und nicht selten hab ich in diesen Moment überlegt, ob es nicht besser ist jetzt einfach zu gehen und niemals wieder zurückzukommen. Und es macht mir Angst, dass diese Moment immernoch genauso schlimm sind wie damals. Nur kann ich heute nicht mehr verstehen, wie ich diese Moment damals Nacht für Nacht ertragen konnte. Schon diese eine Nacht scheint mir unerträglich und grausam zu sein und ich warte einfach nur darauf, dass ich müde werde und das alles ein Ende hat. Hoffentlich bald für immer.

18.1.09 01:03

Lass das alles hinter dir, fang nochmal von vorne an...

Seit einem Jahr sind wir nun geschieden. Ein Jahr ist es nun her, dass von meinem Leben, meiner ganzen Welt und allem was ich je hatte nur noch ein Haufen Scherben übrig waren. Ich war tot, zumindest psysich und ich hätte viel drum gegeben, es auch körperlich zu sein. Mein Leben schien zuende zu sein und auch am Ende des Tunnels war kein Licht. Der Tunnel schien überhaupt kein Ende zu haben. Alles war vorbei, das Kartenhaus, was lange schon gewackelt hatte, war jetzt endgültig eingestürzt und es bestand keinerlei Hoffnung, dass man es jemals wieder aufbauen könnte. Ein Jahr ist vergangen, seit diese Menschen, die ich jahrenlang als meine Freunde betrachtet haben, dafür sorgten, dass nicht nur meine Welt zusammenbrach, sondern mir auch jeglicher Lebensmut genommen wurde und ich mir sicher war, dass ich niemals mehr glücklich sein werde.

 Doch ein Jahr später bin ich immernoch da. Und mir geht es gut. Sehr gut sogar. 365 Tage sind vergangen und die meisten dieser Tage waren nicht sehr einfach. Es hat lange gebraucht, bis ich wieder einen Sinn darin gesehen habe, morgens aufzustehen und rauszugehen. Es hat mich viel Zeit und Kraft gekostet, doch ich hab es geschafft. Ich möchte leben und mir geht es gut. Und auf die dunklen Tage folgen Sonnentage. Viele Sonnentage und es werden immer mehr. Und langsam aber sicher verschwinden die dunklen Tage aus meinem leben. Endgültig.

Letzte Woche hatte er Geburtstag. Ich habs vergessen. Er war meine ganzes Leben lang ein Teil von mir. Doch dieser Teil ist jetzt tot und das ist gut so.

<3

Peter ist sein Name und er macht mein Leben schöner. Zwar erst seit zwei Wochen, aber es werden sicherlich noch viele Wochen folgen.

Ich kannte ich nicht, als meine Freundin mich auf seinen Geburtstagspartys mitgenommen hat. Auch hätte ich beim ersten Kontakt nicht gedacht, dass wir uns jemals näher kämen. Er hat mir nicht weiter beachtung geschenkt und ich fand ich ihn schon optisch nicht besonders toll. Doch als wir uns nach einigem Alkoholgenuss plötzlich in den Armen lagen, fand ich ihn garnicht mal so schlecht und er mich wohl auch nicht. Wir sind uns an dem Abend noch näher gekommen, doch auch am nächsten morgen war ich mir sicher, dass daraus nicht mehr wird. Doch dann lernte ich ihn kennen, verbracht Zeit mit ihm und will ihn nicht wieder hergeben.

Er ist ein guter Mensch, ihm geht es gut und seine Lebenseinstellung ist positiv. Er weiß nichts von all dem was ich erlebt hab und er bringt durch seinen positive Art Sonne in mein Leben. Und genau das will und brauch ich jetzt. Außerdem liebt er mich. Einfach so, ohne Kompromisse. Von Anfang an. Und er macht keine Hehl daraus. Ich will ihn auch lieben. Ob mir as gelingt wird sich zeigen. Ich mag ihn, ich mag ihn sogar sehr. Doch um Liebe zu empfinden, braucht es bei mir mehr. Doch vielleicht wird diese Liebe kommen und ich hoffe, dass sie kommt. Denn ich möchte nie wieder ohne diesen Mann leben. Ich kann noch nicht liebe, auch ihn nicht. Es wird seinen Zeit brauchen, bis ich mich wieder jemanden öffne, doch ich bin froh, dass ich mutig genug war, diese Chance zu nutzen. Vollkommen entgegen meiner Grundsätze, die für das  nächste Jahr zwar Spaß aber keinen Beziehnung geplant hatten.

Musik: Ohrbooten - Autobahn

Monate sind vorbei seit dem letzten Eintrag. Die Welt hat sich weitergedreht und sieht nun nicht mehr so schlimm aus, wie damals. Im Gegenteil. Die Depressionen sind vorbei, das Leben wieder schön. Sicherlich gibt es immernoch dunke Schatten in meinem Leben, doch die werden nicht verschwinden und ich hab gelernt, mit ihnen klarzukommen. Weg will ich immernoch, doch nicht mehr um zu flüchten, sondern um die Welt kennenzulernen. Denn Leben macht wieder Spaß, all der unnötig Ballast ist abgeworfen und ich bin wieder frei. Und ich weiß, wie ich mir diese Freiheit bewahren kann. Neue Freunde sind in mein Leben getreten, einen neue Liebe ist in mein Leben getreten und die Depression aus meinen Leben verschwunden. Ich hatte die Chance auf einen Neuanfang und hab diese Chance genutzt, nachdem ich vorher bereits einige Chance vertan hatte.

Ich hab wieder Spaß am Leben, freu mich auf das was kommt. Mein Leben macht wieder Sinn, ich hab wieder Ziele und Träume. Dafür ist der Wunschtraum vom Sterben nun endlich ausgeträumt.

 

Denn das Leben ist wie einen große Autobahn. Lass und nich lange überlegen, sondern losfahrn. Wohin is egal, wolang wolln mer sehen.

Ich komm nie mehr.

Ich komm nie mehr! Ich bin in Chicago, in Chicago,
irgendwo, wo mich keiner kennt.
Ich komm nie mehr! Ich bin in Chicago, in Chicago,
dort wo niemand, niemand meinen Namen nennt.

Musik: Stephan Massimo - On my mind

Es muss nicht unbedingt Chicago sein. Es muss nur weit genug weg sein, von dem Ort an dem ich mein ganzes bisheriges Leben verbracht habe. Irgendwo, wo mich keiner kennt. Dort wo niemand meinen Namen nennt. Und ich werde gehen, nicht jetzt aber bald. Und ich werde gehen ohne mich zu verabschieden. Sie werden garnicht merken, dass ich weg bin. Und sie werden auch nicht wissen, wohin ich gegangen bin. Vermutlich interessiert es sie auch nicht und wenn doch, werde sie sich über mich ärgern. Weil ich nämlich die Böse bin, sie so asozial ist einfach zu gehen, ohne was zu sagen. Sie werden nicht merken, dass ich vielleicht wegen ihnen gegangen bin oder dass man Menschen unter denen man gelitten hat und die man nie wieder sehen will einfach nicht Tschüss sagt. Ich möchte nicht, dass irgendwer erfährt, was ich tue. Ich möchte einfach verschwinden. Plötzlich weg sein. Und wenn sie bemerken, dass ich fehle, dann bin ich schon da wo mich keiner kennt. Da wo sie niemals hinkommen werden und da wo alles nur besser sein kann, als es hier ist.

Selbstverständlich kann es sein, dass am anderen Ende der Welt nicht alles besser ist und die Welt nicht schöner ist als hier. Auch dort gibt es ätzende Menschen und vielleicht werde ich auch dort nicht glücklich werden. Aber woher soll ich das wissen, wenn ich nich wenigstens nachgesehen habe? Das Leben besteht nunmal nicht nur aus kleinen Dörfern in denen man sich Gedanken über Nachbars Garten und die Kuchentheke beim Dorffest macht. Die Welt ist mehr und das möchte ich sehen, ich will sehen dass nicht alle Mensch so sind wie hier. Ich möchte leben ohne ständig beobachtet und kritisiert zu werden. Ohne ständig das Gefühl zu haben, nicht gewollt und nicht beachtet zu werden. Ich möchte dorthin wo mich keiner kennt und wo keiner etwas über mich erzählen kann. Ich möchte frei sein. Frei von all dem niederen Abschaum, der mein Leben bis jetzt geprägt hat.